Mit AR zum ultimativen Shopping-Erlebnis


12.11.2020, Lesezeit: ~5min

Wer meint, dass ein Shopping-Erlebnis erst mit der Beratung und der Anprobe eines Kleidungsstücks oder das Ausprobieren eines Produkts vollkommen wird, der oder die hat mit Sicherheit recht. Was in erster Linie als Kampfansage gegen den Online-Kauf aufgefasst werden kann, ist in Wahrheit das Erkennen, dass dieser gerade auch in Zeiten einer langatmigen Pandemie unsagbar viele Chancen birgt: wie die Nutzung von Augmented Reality-Technologie beispielsweise. Was genau wir damit meinen, warum AR gerade jetzt einen Aufschwung erfährt und welche Mehrwerte AR dem Online-Handel bringt, davon handelt dieser Beitrag.

Bei der Augmented Reality oder der „erweiterten Realität“ handelt es sich um eine Ergänzung der realen Welt durch digitale Informationen. So werden beispielsweise Grafiken, Texte oder Audiofiles via Smartphones, Tablets oder auch AR-Brillen in unsere Welt projiziert, die diese bereichern und sie dennoch authentisch wirken lassen. Vielen von uns ist noch das Nintendo Monster aus dem Jahr 2016 in Erinnerung. Mit „Pokemon Go“ wurde damals auch der breiten Öffentlichkeit eine AR-Technologie vorstellig gemacht, die gekommen war, um zu bleiben. Seither findet AR in vielen Branchen und Bereichen Anwendung. Im Gegensatz zu seiner „großen“ Verwandten, der Virtual Reality (VR), ist AR eine Darstellung von virtuellen Informationen, die in Echtzeit Teil unserer Welt werden, sie bereichern und mit ihr verschmelzen. Während man sich hier einfach „nur“ den einzelnen interaktiven Elementen widmet, taucht man bei der Virtual Reality in eine komplett virtuelle Welt ein.

Real mit virtuellen Erweiterungen, virtuell oder beides zusammen: Im Grunde haben wir es hier mit zwei neuen Realitäten zu tun, deren Abgrenzung nicht immer ganz so eindeutig ist. Dennoch leisten beide – AR und VR – längst ihren Beitrag in unserer Wertschöpfungskette und bereichern die Wirtschaft und somit auch den (Online-) Handel nachhaltig. Aber wie?

Insbesondere während der Coronakrise hat der Online-Handel einen Aufschwung erlebt. Covid hat unsere Einkaufsgewohnheiten verändert und wird dies auch noch weiterhin tun. Der Trend vom kontaktlosen Zahlen bis hin zum kontaktlosen Shoppen stellt nicht nur den stationären Handel vor große Herausforderungen, sondern auch den E-Commerce. So viele Vorteile der Online-Kauf – insbesondere während einer Pandemie - auch bringen mag, gibt es im Gegensatz zum Händler/zur Händlerin vor Ort aber auch einige Schwachstellen, mit denen das herkömmliche Online-Einkaufserlebnis auskommen muss. Einige davon*:

  • Kein Anfassen, Anprobieren oder Ausprobieren des Produkts
  • Keine persönliche Beratung oder eine auf mich abgestimmte Produktempfehlung
  • Kein Shopping-Event
  • Keine Interaktion mit den Menschen um einen herum
  • Bekanntgabe der persönlichen Daten

In einigen dieser Punkte sieht der Online-Handel mithilfe von Augmented Reality-Technologien Potenzial, um auch dem User und der Userin zu Hause ein tolles Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Und genau hier – so sieht das eine Studie** von GetApp ein Software-Vergleichsportal vom August 2020 - trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn an dieser Stelle wird sich entscheiden, ob sich der kostspielige Einsatz von AR lohnt oder nicht. Wenn sich die Händler*innen darauf konzentrieren, ihren Kunden*innen ein gut durchdachtes und vor allem qualitativ hochwertiges Shopping-Event zu liefern, dann wird sich auch die Implementierung von AR im Webshop bezahlt machen und langfristig gesehen Gewinne einfahren.

Viele Unternehmen haben dies erkannt und bieten ihren Kunden*innen bereits ein solches Erlebnis ... oder versuchen es. So kann man über die Gucci App Sneakers „anprobieren“, die eigenen vier Wände über eine Visualisierungs-App von Dulux mit den unterschiedlichsten Farben „bemalen“, Kosmetikprodukte wie jene von Sephora direkt übers Smartphone „ausprobieren“ oder schnell mal via Ikea Place das Wohnzimmer mit sperrigen Möbel „ausstatten“, um sie dann in der nächsten Sekunde durch einen weniger platznehmenden Stil zu „ersetzen“. Ein User Experience, das Spaß und Lust auf mehr macht. Und das tut´s auch: Kleider von Zara anprobieren vorm Spiegel beispielsweise, virtuell natürlich! Oder: Eine der ersten war Mister Spex, der die Werbetrommel kräftig für seine virtuellen Brillen rührte und dem User oder der Userin eine vollkommen neue Möglichkeit eröffnete: die Entscheidung für die passende Brille von der Couch aus.

Auch die erwähnte Studie von GetApp belegt, dass sich die Menschen durch den Einsatz von AR mehr und mehr zum Online-Einkauf hinreißen lassen. Denn hier warten entscheidende Vorteile auf sie:

  • Erleichterte Kaufentscheidung
  • Größere Produktauswahl
  • Effizienterer Kauf
  • Spaß an der Technologie
  • Reduziertes Covid-Ansteckungsrisiko

Vor allem der letzte Punkt hat dazu beigetragen, dass man vermehrt auf AR gesetzt hat in diesem Jahr. Aber! Auch AR stößt an ihre Grenzen und ist nicht für jede Ware geeignet. Wenn es beispielsweise darum geht, eine Matratze „probezuliegen“, ein Parfum zu testen oder den Tragekomfort eines Kleidungsstücks zu eruieren. Überall dort, wo die Haptik oder die Interaktion mit den Menschen um einen herum eine Rolle spielt, wird die Online-Kommunikation mit den Kunden*innen nicht oder nur wenig ankommen: echte Chancen für den stationären Handel! Denn auch hier können virtuelle Räume und somit ein erweitertes Einkaufserlebnis vor Ort geschaffen werden.

In beiden Fällen gilt: Auf die Qualität des Shopping-Events und den Nutzen für den User oder die Userin kommt es an. Wenngleich im E-Commerce ein Shopping „mit allen Sinnen“ nicht möglich ist, können sich Online-Händler*innen bereit machen, um auf den AR-Zug aufzuspringen. Hier eine Checkliste***:

  • Alle Produkte in AR umsetzen
  • Visualisierung in allen Browsern und an diversen Geräten testen
  • Für Datensicherheit sorgen und dies auch so kommunizieren
  • Den User/die Userin zum Ausprobieren ermutigen
  • Um Feedback bitten

Wie wir sehen, liefert uns Augmented Reality nicht nur eine ansprechende Möglichkeit zum kontaktlosen Shopping, sondern auch noch eine nachhaltige und umweltschonende. Dass es sich hier in jedem Fall um eine Win-Win-Situation handelt, wird auch auf der Händler-Seite spürbar:

  • Weniger Retouren = weniger Kosten
  • Höhere Conversion Rate

Indem es weniger Retouren gibt, wird es auch zu weniger CO2 in der Luft kommen. Diese Tatsache lässt sich aber auch auf andere Bereiche übertragen. So können beispielsweise Wartungen mithilfe einer AR-Brille stattfinden und so manche Reise überflüssig machen.

Apropos: Luft! Die gibt es bei den AR-Anwendungen nach oben hin noch reichlich! So besagt eine weitere Studie****, dass sich 40 % der befragten User*innen dazu bereiterklärten, einen höheren Preis für ein Produkt zahlen zu wollen, welches zuvor in AR betrachtet wurde. Das klingt doch in jeder Hinsicht vielversprechend. Oder etwa nicht?


Csaba Szakatics

Marketing

* https://dmexco.com/de/stories/mehrwert-oder-spielerei-augmented-reality-im-e-commerce/

** https://www.getapp.de/blog/1704/studie-augmented-reality-handel

*** https://www.getapp.de/blog/1704/studie-augmented-reality-handel

**** https://www.invespcro.com/blog/augmented-reality-in-e-commerce/


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