Smart Commerce, Königsdisziplin des Online-Handels


07.05.2020, Lesezeit: ~4min

Das richtige Produkt zur richtigen Zeit im richtigen Channel… auch während der Krise!? Wer im Zeitalter von Internet of Things, Big Data und Machine Learning smart handelt, handelt nicht nur präzise und vorausschauend, sondern auch krisensicher. Was wir unter Smart Commerce verstehen und welche Mehrwerte dieser den Unternehmen bringt, davon handelt dieser Beitrag unserer BI-Expertinnen.

Smart Commerce revolutioniert den E-Commerce unter der eifrigen Mitwirkung von Big Data, KI und Co. Als datengetriebenes Handels-Vehikel weist Smart Commerce somit ein unglaubliches Potenzial auf, das es schafft, das kundenzentrierte Verkaufen auf den nächsten Level zu hieven. Wie das gelingt? Indem die vorhandenen Daten mit selbstlernenden Algorithmen - dank Künstlicher Intelligenzen (KI) bzw. Machine Learning-Methoden – vereint werden. Einer personalisierten Customer Experience, der kundenspezifischen Werbe- oder Preisstrategie sowie der reibungslosen Logistik stehen nichts mehr im Weg. Oder doch? Nun ja. Wichtig ist, dass „nur“ solide gesammelte, strukturierte und sorgsam aufbereitete Daten zum Erfolg führen. Wer also genau weiß, warum und wofür die Daten gesammelt und verarbeitet werden, wird auch im Krisenmanagement die strategischen Trümpfe ausspielen und später vielleicht auf mehreren Kanälen gleichzeitig aktiv sein können. Mit einem Ergebnis, das Entscheidungen erleichtert und sich sehen lassen kann:

  • Präzisere Kundensegmentierung
  • Gezielteres Ausspielen von Kampagnen & Produktempfehlungen
  • Dynamische Preisgestaltung
  • Entwickeln von Chatbots & neuen Sprachtechnologien

Zugegeben, das sind gewichtige Benefits, nach denen sich die krisengebeutelte Händler-Seele sehnt. Die gegenwärtige Situation zeigt, wie sehr wir uns den Blick in die positiv prognostizierende Glaskugel des Handels wünschen. Mittels solider Daten und den verstärkten Einsatz von smarten Analysen und aussagekräftigen Insights können wir dieser Realität ein großes Stück näherkommen. Wie groß das Stück heute schon sein könnte, zeigen die folgenden „Geschütze“, die Smart Commerce im Kampf gegen die Krise aufzufahren imstande ist.

1. Smart Commerce verringert Umsatzverluste durch…

…den effektiven Einsatz von Rabatten: Smarte Analysen helfen Unternehmen dabei, die eine oder andere Überraschung über die Effekte von Rabatten auf den Umsatz zu enthüllen. Rabatte werden zwar oft und gern angeboten, jedoch die Möglichkeit, diese zu segmentieren sowie die Auswirkungen auf den Umsatz zurückzuverfolgen, wird nicht genutzt. Erst durch die Verknüpfung der Daten der einzelnen Plattformen mit den Verkaufsergebnissen kann ein Messen der Rabattauswirkung und eine passgenaue Ausdifferenzierung der Kundengruppen bis hin zum Einzelnen stattfinden.

…das Neugestalten von Marketing-Initiativen: Der Krise zum „Dank“ haben sich das Verbraucherverhalten sowie die Kaufzyklen geändert. Was vom „alten“ Marketingplan noch relevant ist, gilt es nun zu überprüfen: Kampagnen, Marketing-Nachrichten, Sendungs-Mechanismen, etc. Neue Tests für Kampagnen mit variablen Zeiten, Betreffzeilen oder Ausfertigungen sind entscheidend, um rasch „frische“ Daten über das neue Verhalten und die Conversion-Rate zu erhalten. Darüber hinaus erscheint auch die neue/feinjustierte Segmentierung der Kundenbasis seit dem Auftreten des Virus sinnvoll: Abweichungen der Kundengruppen mit ähnlichen Merkmalen können auch hier spannenden Aufschluss geben.

… Produkt- & Service-Innovationen: Wer auch in Krisenzeiten erfolgreich verkaufen möchte, sollte die neuen Kaufgewohnheiten der Kunden verstehen und mit ihnen in direkten Kontakt treten. Wer nicht ganz so viel Zeit hat, dem bieten sich alternativ kostengünstigere Social Media-Analysen an. Unerlässlich wiederum ist das Erstellen neuer Kundenprofile für die verschiedenen Bedürfnisgruppen. Mitarbeiter können so rasch entscheiden und die Interessen der jeweiligen Kundengruppen punktgenau treffen.

2. Smart Commerce verringert Kosten durch…

…das Schaffen von Transparenz & Planbarkeit: Smarte Analysen unterstützen, die finanzielle Situation im Unternehmen schnell zu erfassen. Zusätzlich zeichnen Prognosen ein Bild über die Wahrscheinlichkeiten sowie über ev. Abhängigkeiten von Maßnahmen der Regierung, Konkurrenz, Lieferketten-Partner, Reaktionen der Konsumenten, etc.. Die Erkenntnisse bilden die Basis für weitere strategische Maßnahmen: Sie können automatisiert und die darauf aufbauenden Entscheidungen in beinah-Echtzeit getroffen werden. Vom Tracking ganz zu schweigen!

…das Reduzieren des Overheads: Interne Prozesse kosteneffizienter zu gestalten, ist das Ziel vieler Management Boards. Hier ermöglichen smarte Analysen nicht nur einen raschen Switch vom Groben ins Feine, wie und wo gerade wie viel Geld ausgegeben wird, sondern auch ein aufschlussreiches Gegenüberstellen kostensparender Alternativen. Hier gilt: Aus allen Geschäftsprozessen kann das Maximale herausgeholt werden!

…den Fokus auf effiziente Ressourcen legen: Nicht jedes Produkt oder Service hat positive Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis eines Unternehmens. Rücklaufquoten, Kundenbewertungen oder Reklamationen können dazu genutzt werden, um das Portfolio gezielt auf gewinnbringende Produkte zu fokussieren. Analysen können darüber hinaus auch die Auswirkungen einzelner Produktmerkmale auf den Verkaufserfolg schätzen. Ebenso tragen bessere Prognosen, was die Renditen neuer Produkte oder die Verbesserung bestehender Produkt-Designs betrifft, weiter zum Erfolg bei.

Last, but not least!

3. Smart Commerce minimiert das Supply Chain-Risiko: Eine Krise erfordert rasches Handeln an allen Ecken und Enden: bei der Belegschaft, der Einhaltung der Richtlinien sowie bei der gesamten Lieferkette. Herausforderungen, die wir mit smarter Hilfe gut meistern können, sind insbesondere: transparente, mehrschichtige Lieferketten, verfügbare Bestände entlang der Wertschöpfungskette, Logistikkapazitäten und alternative Routen, realistische Nachfrage-Forecasts, Produktions- und Vertriebskapazitäten, Nettoumlaufvermögen, Stresstests, etc.

Wie wir sehen, sind die Mehrwerte, die uns Smart Commerce liefert, Gold wert. Wir im Business Intelligence von Cards & Systems wissen, dass die Erkenntnisse smarter Analysen den Menschen insbesondere in Krisenzeiten Sicherheit bringen und somit für Stabilität sorgen können. Indem Information messbar gemacht wird, ist auch der Vorsprung, den man damit erreicht, eine Errungenschaft, über die man sich freuen und strategisch gut für sich nutzen kann. Dabei sollte niemals aus den Augen gelassen werden, worauf dieser gewinnbringende Informationsvorsprung im Grunde fußt: auf einer soliden und strukturierten Datenbasis. Einfach, clever & smart!


Claudia Grünberger & Antonia Wickel

Business Intelligence

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