Social Commerce in & nach der Krise


20.04.2020, Lesezeit: ~4min

„Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem die Technologie unsere Menschlichkeit übertrifft“, sprach Einstein und führte mit erhobenem Zeigefinger fort: „Auf dieser Welt wird es nur noch eine Generation von Idioten geben.“ In Tagen wie diesen hätte vermutlich auch Einstein nichts daran auszusetzen, wenn er vom überaus loyalen Engagement der zahlreichen Social Media Communities erfahren würde. Denn: Beispiellos zeigen sie auf, dass es in Zeiten staatlich verordneter Distanz auch in Kombination mit fortschrittlichen Technologien „menscheln“ kann. Wie der Online-Handel diese interaktive Entwicklung für sich nützt und welchen Mehrwert ein Trend namens Social Commerce mit sich bringt, darüber haben wir uns in diesem Beitrag Gedanken gemacht.

Bevor sich Corona als Unwort in unser Leben drängte und unseren Alltag auf den Kopf stellte, haben wir uns mit den unterschiedlichsten Online-Trends im E-Commerce beschäftigt. Den Anfang machte Voice Commerce. Dass aber auch Social Media und E-Commerce ein effektives Gespann abgibt, zeigte die im Februar 2020 veröffentlichte Studie im Auftrag des Handelsverbandes und MindTake Research mit rund 1000 Befragten in ganz Österreich. Denn daraus ging hervor, dass bereits jeder/jede zweite der Befragten – VOR der Krise! - schon einmal via Social Media zum Produktkauf verleitet worden ist. Wenig überraschend, dass hier vorwiegend die Namen der großen Plattformen – Facebook, YouTube, Instagram, WhatsApp oder Pinterest - genannt wurden:

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  • Csaba Szakatics
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Nur wenige Wochen nach Veröffentlichung der Studie lässt Social Distancing die Nutzerzahlen vermutlich erst so richtig in die Höhe schnellen. Die soziale Interaktion der Menschen in den einzelnen Social-Media-Kanälen boomt und findet – aufgrund der Beschränkung in der physischen Welt – hauptsächlich digital statt.

Glücklicherweise nützen diese Tatsache auch viele Online-Händlerinnen und -Händler, die mithilfe werbewirksamer Posts, Tweets und Co die Userinnen und User mit möglichst wenigen Klicks in die eigenen Online-Shops verführen. Leider gibt es hier aber auch einen Wermutstropfen, der die anfängliche Kauflust auch zu einem Frusterlebnis werden lassen kann: die Dauer der Weiterleitung sowie der Fakt, dass man das Netzwerk dabei verlassen muss. Im E-Commerce hat man versucht, mit dem sogenannten Social Commerce dieser Problematik gegenzusteuern. Dieser E-Commerce-Trend bietet dem User oder der Userin erstmals die Möglichkeit, direkt im jeweiligen Social-Media-Kanal zu einem Kaufabschluss zu kommen. Als Social Shopper kaufen wir dort, wo wir am aktivsten und engagiertesten sind: innerhalb der Community! Facebook, Instagram und Pinterest bieten bereits seit geraumer Zeit solche Buttons und Pins, die direkt in die Posts und Co der Online-Händler integriert werden können.

Wie bei jedem E-Commerce-Trend hängt auch die Zukunft des Social Commerce von der Strategie und der Politik dieser großen Plattformen ab. Weil man sich u.a. hohe Umsatzbeteiligungen erwartet oder an die Daten der Kunden gelangen möchte, steckt auch dieser Trend in den Kinderschuhen. Noch! Denn: Kommt es hier erst einmal zu einer Einigung, ist man gut darin beraten, sich auch im Social Marketing eine Social Shopping-Strategie zurechtzulegen und damit gezielt und unaufdringlich zu werben. Dem Online-Handel eröffnen sich mithilfe dieses Trends neue Wege, mit den Kundinnen und Kunden in eine noch stärkere Bindung zu kommen, weil diese auf Vertrauen basiert und nur dann zustande kommt, wenn offen und transparent agiert wird. Kein Wunder also, dass Social Shopping auch als Empfehlungshandel bezeichnet wird. Denn Kunden vertrauen Kunden und nehmen sich deren Empfehlungen besonders zu Herzen. Es ist der direkte Weg, mit anderen in Interaktion zu treten und Meinungen zu generieren. Und Hand aufs Herz: Welcher Händler oder welche Händlerin findet die Idee nicht auch verführerisch, sich in der Lieblingsplattform des Kunden gleich um die Stärkung der eigenen Beziehung zueinander kümmern zu können? Vermutlich einige!

Bis Social Shopping in seiner Vollkommenheit „salonfähig“ ist, liegt es am Social Media Marketing des Handels, sich in den erwähnten Tugenden zu üben. Offenheit, Transparenz und Vertrauen spielen insbesondere in Situationen der physischen Isolation wichtige Rollen. Seit dem sozialen Abstandhalten hat sich vieles verändert: unser Denken, unser Handeln und auch unsere Suche nach ein bisschen Verbundenheit. Plötzlich kommen Konzerte „frei Haus“ in unsere Heime; der Nobel-Italiener liefert seine exquisiten Speisen so, dass man es auch noch nach Stunden fertigkochen und frisch genießen kann und die Stoffhändlerin näht Schutzmasken und animiert nebenbei auch noch Hobby-Näherinnen und -Näher, es ihr gleich zu tun. Und dann? Dann posten, tweeten, liken, kommentieren und/oder teilen wir es!

Wir sehen, dass viele Unternehmen unterschiedlich flexibel auf die Krise reagieren (können). Etliche von ihnen haben die Chancen mithilfe von Social Media bereits genutzt, indem sie ihre Dienstleistungen den geänderten Ansprüchen ihrer Community angepasst haben. Und eines ist sicher: Vieles davon wird bleiben, weil es die Menschen nicht mehr missen werden wollen!

Krisenfest bleiben und sich dabei der heimlichen E-Commerce-Trümpfe - den Social Media - bedienen, das wollen auch die vielen kleinen Händlerinnen und Händler in unserem Land. Zum Glück konnten einige ihre Produkte noch rechtzeitig in die digitalen Regale des Webshops stellen oder sind gerade dabei, dies zu tun. Letzteren oder jenen, die einen Online Shop planen, greifen wir von Cards & Systems mit kostenlosen Beratungs-Workshops „Jetzt Online Shop implementieren“ gern unter die Arme.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zum Thema Social Media im Handel, Ihre bisherigen Erfahrungen mit Social Shopping und natürlich über Likes oder über alles, was Social Media an sozialer Interaktion zwischen uns bereithält. Bis dahin wünschen wir Ihnen Gesundheit und viel Erfolg mit Ihrem Online-Handel!


Csaba Szakatics

Marketing

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